Skulptur "Walzer für Emsbüren" | Emsbürener Musiktage

Skulptur "Walzer für Emsbüren"

Die Skulptur „Walzer für Emsbüren“ weist den Weg in die Hanwische Straße zu den seit 1976 dort in der Liudger Realschule stattfindenden Emsbürener Musiktagen. Wie ein musikalisches Ensemble stehen 50 unterschiedlich große, leuchtend orangefarbene, aus Stahl gefertigte Noten im Halbkreis nebeneinander.

Die Skulptur weist auf den ersten Blick ganz plakativ auf das Thema Musik hin. Die auffälligen Noten erinnern sofort an Musik, sie sind zudem nebeneinander angeordnet wie die Musiker eines Orchesters.

Auf den zweiten Blick spiegelt die Skulptur Musik oder Klang auf ganz andere, weniger offensichtliche Weise wider: die unterschiedlich großen Notenköpfe erinnern in ihrer Aufreihung an das Symbol für eine Sprachnachricht. Dieser Effekt wird insbesondere beim Vorbeifahren deutlich, wenn man dem Halbkreis folgt und vom Bahnhof kommend in die Hanwische Straße abbiegt.

Es ist jedoch nicht irgendeine Sprachnachricht, die hier symbolisiert wird. Dazu ein kurzer Rückblick: Im Rahmen der ersten Emsbürener Musiktage spielte der weltberühmte Pianist Stefan Askenase am 20. Oktober 1976 dort unter anderem den „Walzer in As-Dur op. 34“ von Frédéric Chopin. Laut Konzertprogramm beendete er mit diesem fulminanten, rhythmischen Stück den Abend.

Spotify-Link zum "Walzer in As-Dur", gespielt von Stefan Askenase

Der Künstler Ansgar Silies hat der Skulptur die Tonaufnahme dieses Chopin-Walzers, gespielt von Askenase, zugrunde gelegt. Die Größe der einzelnen Notenköpfe entstammt einer Wellenformansicht (Waveform) der ersten Takte dieser Aufnahme. Den meisten ist eine solche Wellenformansicht heute vermutlich vor allem als Symbol für eine Sprachnachricht bekannt. Sie ist jedoch seit jeher eine gängige Darstellungsform für Audiodateien, die insbesondere im Tonschnitt genutzt wird. Aus dieser Ansicht lässt sich horizontal die Zeit und vertikal den Pegel ablesen. Sie zeigt so in vereinfachter Form die Dynamik einer Tonaufnahme.

 

Silies hat die verschiedenen Pegelspitzen der Tonaufnahme in die Größen der Notenköpfe übersetzt, wie in der Skizze zu erkennen ist: jeder orangene Strich steht für den Durchmesser eines Notenkopfes.

Die 50 orangefarbenen Noten symbolisieren in diesem Fall also die genaue Dynamik, mit der Stefan Askenase den „Walzer in As-Dur“ begonnen hat und erinnern an die Musik, die während der ersten Emsbürener Musiktage 1976 gespielt wurde.

Ein herzlicher Dank gilt den Unterstützerinnen und Unterstützern dieses Projekts:

BvL Group

Gemeinde Emsbüren

Evering Elektro

Kulturkreis Kirchspiel Emsbüren e.V.

Lohaus GmbH Planungs- und Ingenieurbüro

Roling Transporte

Silies Art & Sound

Silies Projekt Bau GmbH & Co. KG